Warum Baumpflege vom Fachmann?

Um Ihren Baum ein gesundes und sicheres Leben zu gewährleisten, sollten in Regelmäßigen Abständen Baumkontrollen durchgeführt werden. Dabei richtet sich der Kontrollintervall unter anderem nach dem Standort des Baumes. Bäume auf stark frequentierten Standorten sollten im Jahresrhythmus, Bäume auf weniger frequentierten Standorten alle 3 – max. 5 Jahre kontrolliert werden. Als stark frequentierten Standorten bezeichnet man z.b. Kindergärten, Spielplätze, Schulen, öffentliche Parks usw. Allerdings sollte auch der heimische Baum im Garten oder Grundstück jährlich kontrolliert werden. Bei dieser Kontrolle macht es Sinn, den Baum abwechselnd im belaubtem und unbelaubtem Zustand auf eventuelle Schäden zu kontrollieren. Warum? Im belaubten Zustand ist unter anderem das mögliche Totholz besser im Baum erkennbar. Hier gilt: Sollten sich im vollbelaubten Zustand an Ästen kein Laub befinden, ist die Wahrscheinlichkeit groß das dieser Ast abgestorben ist. Abgestorbene Äste sollten schnellstmöglich entfernt werden da der Baum diesen selbstständig, unkontrolliert abschmeißen kann und somit Schäden im Umfeld vorprogrammiert sind. Ein weiterer Vorteil der Kontrolle im belaubten Zustand ist, dass so das Lichtraumprofil besser beurteilt werden kann da mehr Gewicht durch Laub und eventuellen Früchten an den Ästen hängt. Dieses Lichtraumprofil ist der Abstand unterster Ast zu Straße bzw. Geh / Fuß / Radweg und ist unter anderem für die Verkehrssicherheit wichtig.

Bei der Kontrolle im unbelaubten Zustand ist zwar das sich eventuell im Baum befindliche Totholz schwerer erkennbar, doch können auch Schäden im oberen Kronenbereich vom Boden aus erkannt werden. Dieses ist im belaubten Zustand nur schwer möglich da bei großblättrigen Bäumen wie z.b. Platanen, Magnolie, Linde usw. oft die Sicht vom Boden zur Oberkrone durch das Laub versperrt ist.

Generell sollte die Baumkontrolle von ausgebildeten Fachleuten durchgeführt werden. Da der Begriff „Baumpfleger“ leider nicht geschützt ist, darf sich also jeder der einen Nadel von einem Laubbaum unterscheiden kann „Baumpfleger“ nennen und an Bäumen herumwerkeln. Fachleute für Baumpflege erkennen sie unter anderem an diversen Zertifizierungen. Für die Baumkontrolle z.b. sollten sie darauf achten, dass der Durchführende mindestens „Zertifizierter Baumkontrolleur“ ist. Dieses ist auch für die spätere Beweissicherung im Schadensfall wichtig, da nur mit dieser Zertifizierung auch nachgewiesen werden kann, dass der Kontrolleur auch berechtigt ist Baumkontrollen durchzuführen. Zudem sollten sie sich die Ergebnisse der Baumkontrolle entweder schriftlich oder digital geben lassen. Darauf sollte unbedingt erkennbar sein, welcher Baum wann kontrolliert worden ist und welche Baummaßnahmen festgelegt worden sind. Beachten sie, dass nicht der Baumkontrolleur für die Umsetzung der Baummaßnahmen, sondern sie als Baumeigentümer verantwortlich sind. Somit können sie auch nicht den Baumkontrolleur im Schadensfall für nicht umgesetzte, von ihm aber festgelegte Baummaßnahmen zur Rechenschaft ziehen. Dieser haftet nur für spätere Schäden, die durch nicht erkannte Mängel am Baum während der Kontrolle waren. D.h., kontrolliert der Baumkontrolleur einen Baum und erkennt während dieser Kontrolle schwere, durch ihn erkennbare Mängel am Baum nicht und kommt es dadurch zum Schadensfall, ist dieser für den entstandenen Schaden haftbar. Stellt allerdings der Baumkontrolleur Mängel an dem vom ihm kontrollierten Baum fest und teilt Ihnen dieses, meistens mit Empfehlung zum Beseitigen der Mängel incl. Zeitraum der Umsetzung, mit und sie setzen diese Baummaßnahmen nicht um sind sie als Baumeigentümer für entstandene Schäden daraus haftbar. Diese Schäden fangen mit einer Delle auf einem Auto an und können bis hin zum Todesfall führen! Allerdings bieten auch viele Baumkontrolleure gleich eine anschließende Baumpflege an. Dieses ist sicherlich nicht die preiswerteste aber wahrscheinlich beste Möglichkeit ihren Baum sicher zu bekommen. Sicherlich bietet diese Variante Spielraum für Mistrauen. Der Kontrolleur kontrolliert den Baum, legt viele (teilweise überflüssige) Baummaßnahmen fest und treibt somit die anschließende Baumpflege preislich in die Höhe. Scheuen Sie sich nach erfolgter Kontrolle also nicht, die festgelegten Baummaßnahmen zu hinterfragen. Ansonsten lassen sie sich einen Kostenvoranschlag für die Baumpflegemaßnahmen geben und vergleichen diesen mit event. Kostenvoranschlägen von anderen Baumpflegefirmen. Zum Thema Baumpflegefirmen: Da, wie bereits erwähnt, der Begriff „Baumpfleger“ nicht geschützt ist, gilt es bei der Suche nach Baumpflegefirmen ebenfalls auf diverse Zertifizierungen zu achten. Gute Baumpflegefirmen werben (zu Recht!) mit z.b. Titeln wie European Tree Worker, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, European Tree Technician. Diese Titel sind staatlich anerkannt und setzten ein enormes Fachwissen rund um den Baum voraus und unterscheiden damit Baumpflegefirmen von z.b. Garten- Landschaftsbaufirmen oder Hausmeisterservice. Sicherlich verfügen Garten- Landschaftsbaufirmen sowie Hausmeisterservicefirmen auch über Fachkenntnisse zum Thema Baum. Geht es allerdings um fachspezifische Fragen wie z.b.: „Was beinhaltet die Kronenpflege, was ist beim Herstellen des Lichtraumprofiles zu beachten, ab wann muss Totholz aus dem Baum“, stoßen diese Firmen meist an ihre Grenzen. Oftmals erfolgt dann eine Recherche im Internet oder es wird, getreu dem Motto: „Viel hilft viel“ geschnitten und damit wird mehr geschadet als gepflegt.

Reine Baumpflegefirmen mit den entsprechenden Zertifizierungen arbeiten nach Richtlinien für die Baumpflege. Was die Bibel in der Kirche, ist die ZTV – Baumpflege für Baumpflegefirmen das Maß der Dinge. Ausgeschrieben bedeutet ZTV - Baumpflege „Zusätzlich Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege“. Sie stellt dem Baumpfleger einheitliche Vertrags- und Leistungsbeschreibungen zur Verfügung und gibt Hilfestellungen für die Abrechnung der Maßnahmen am Baum. Sie dient für den Auftraggeber als Kontrollinstrument für fachgerechte Baumpflege, ist aber genauso wichtig für die Vergleichbarkeit von Baumpflegearbeiten. Die ZTV Baumpflege definiert als Standard-Regelwerk für Baumpfleger und potentielle Auftraggeber die Leistungen und Anforderungen der Baumpflege. Die ZTV-Baumpflege existiert bereits seit 1981. Zu dieser Zeit sah die Baumpflege noch ganz anders aus als heute. Die Baumchirurgie war der Stand der Technik. Sie arbeitete mit Stahlbolzen und Wundverschlussmitteln, verfüllte Baumhöhlen mit Beton und schnitt Wundränder aus. Viele der Arbeitsverfahren der Baumchirurgie wendet heute kein moderner Baumpfleger mehr an. Das liegt daran, dass sich das Wissen um die Biologie der Bäume seither stark verändert hat. Die vertieften Kenntnisse über unsere Bäume, wie sie wachsen und mit Wunden umgehen, verändert auch die praktische Baumpflege vor Ort. Eine fachgerechte Pflege orientiert sich am aktuellen Stand der Wissenschaft und passt die eigenen Arbeitsverfahren regelmäßig an. Die ZTV-Baumpflege 2017 greift die neusten Kenntnisse aus der Wissenschaft der letzten 10 Jahre auf und behandelt verschiedene Themen intensiver, wie zum Beispiel den stärker in den Fokus  rückenden Artenschutz. Sie ersetzt als Standardwerk der praktischen Baumpflege die letzte gültige Ausgabe der ZTV aus dem Jahr 2006.

Leider kommt es vor, das Baumeigentümer selbst zur Säge greifen und verursachen durch unsachgemäßen, falschen Schnitt schwere Schädigungen an ihren Bäumen. Da verschiedene Baumarten auch unterschiedlich mit diesen „Schnittmaßnahmen“ umgehen, verringert sich damit die Lebenserwartung der Bäume drastisch. Meistens schneidet der Laie die Äste ab, die ihn stören und nicht die die den Baum in seiner Entwicklung stören. Jeder der an Bäumen arbeitet sollte sich im Klaren sein:

1.  Bäume können nicht reden, d.h. sie können nicht mitteilen wo was stört und wie es ihnen geht. Sie sind also auf die Hilfe von Fachleuten angewiesen die Wissen was wann zu tun ist!

2.  Bäume können sich nicht wehren, d.h. sie sind dem der an ihnen arbeitet hilflos ausgeliefert und können nur hoffen, dass derjenige weis was er tut!

3.  Das Laub vom Nachbarbaum in meinem Garten oder in meiner Regenrinne verschwindet nicht, wenn ich die Äste, die auf mein Grundstück ragen abschneide. Es wird nur weniger, auf Kosten des Baumes!

4.  Klimabedingt müssen Bäume sehr viel ertragen. Hitze, Trockenheit und Unwetter hinterlassen am Baum auch Schäden, die am Anfang nicht gleich sichtbar sind und sich erst im weiteren Verlauf zeigen. Kommen dann noch unsachgemäße, zum Teil überflüssige Schnittmaßnahmen dazu wird ihr Baum schnell die Segel (zu recht!) streichen.

Es sollte also bei Bäumen immer zuerst an den Baum und nicht an das eigene Bedürfnis gedacht werden. Dies ist zwar nicht immer kompatibel, doch gibt es in vielen Fällen eine Lösung die dem Baum sowie seinem Besitzer zusagen. In Zweifelfällen nicht Google, sondern Fachleute mit oben beschriebener Ausbildung fragen. Gerne helfen wir Ihnen bei Fragen zum Thema Baum weiter.

Abschließend geben wir Ihnen noch einen Rat: Verlieren Sie nie den Respekt vor Bäumen und ihren Geschichten! Wenn man bedenkt, was ein Jahrzehnte / Jahrhunderte alter Baum für Geschichten erzählen oder schreiben könnte, bedarf dieses unseren Respekt und nicht unseren eigenen Bedarf nach mehr Licht, weniger Laub, usw.

In diesem Sinne.

Uwe Schaffner

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